Familie Loewe zieht nach Oeventrop


Die Familie Loewe verließ Ende des 18. Jahrhunderts den waldeckischen Ort Bergfreiheit, weil dort der Bergbau aufgegeben wurde. Johann Moritz Loewe ließ sich um 1800 zunächst in Laasphe nieder, wo er als Hüttenverwalter der Fürstlich Wittgensteinischen Rentkammer tätig war. 1810 zog er dann nach Silbach weiter, einem heutigen Stadtteil der Stadt Winterberg, wo er als Schichtmeister auf der Silbacher Hütte arbeitete.

Sein Sohn Christian (1791-1837) wurde Oberberggeschworener in Bigge, einem heutigen Stadtteil von Olsberg. Dort heiratete er in die Familie Vorderwülbecke ein. Berggeschworene waren in der preußischen Bergverwaltung für die staatliche Aufsicht in den Bergrevieren zuständig.

Christians Sohn Karl Theodor Loewe (1835-1894) begründete dann die Familie Loewe in Oeventrop. Allerdings unternahm er zunächst einen Ausflug nach Amerika, wo er von 1865-1869 als Braumeister in Chicago tätig war. Offenbar hat ihm das Leben in der Ferne nicht zugesagt und es zog ihn in die Heimat zurück. Nach dem Deutsch-Französischem Krieg 1870/71, in dem er als Festungsartillerist diente, pachtete er die gerade eröffnete Bahnhofswirtschaft in Oeventrop. Der Abschnitt Arnsberg-Meschede der oberen Ruhrtalbahn, an dem Oeventrop lag, war 1871 eingeweiht worden. Die Bahnanbindung bedeutete für Oeventrop einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung .

Privat hatte Karl Theodor mit seiner Frau Maria Theresia Raulf zahlreiche Schicksalsschläge hinzunehmen. 6 ihrer 9 Kinder verstarben in frühestem Kindesalter, davon 1872 und 1882 jeweils ein Zwillingspaar. Der Sohn Gustav Wilhelm übernahm 1908 die Oeventroper Bahnhofswirtschaft. Auch seine Schwester Maria Augusta, die 1930 ledig verstarb, arbeitete im Betrieb mit. Die Wirtschaft wurde 1967 für immer geschlossen.

Leo Loewe (1880-1955), das dritte überlebende Kind von Karl Theodor, heiratete die in Lippstadt geborene Ferdinande Christine Stamm. Weitere Informationen zur Familie Loewe-Stamm finden sich auf der nächsten Seite.