Familie von Spiegel zum Desenberg


Als altes Ministerialen- und Rittergeschlecht sind die von Spiegel zum Desenberg seit 1224 urkundlich im Hochstift Paderborn und der Reichsabtei Corvey bei Höxter nachzuweisen. Die Spiegel hatten ausgedehnten Güterbesitz im östlichsten Westfalen zwischen Warburg, Borgentreich und Liebenau und standen als Edelherren und Ritter im Lehnsverhältnis zu den Bischöfen von Paderborn, dem Landgrafen von Hessen, dem Grafen von Waldeck, dem Abt von Corvey und den Erzbischöfen von Köln und Mainz. Ihre Stammburg stand auf dem Desenberg bei Warburg. Schon 1338 schlossen zwei Familienzweige einen Teilungsvertrag ab. Seitdem nannte sich der eine Teil der Familie, und zwar derjenige, der in dieser Ahnenreihe eine Rolle spielt, Spiegel zum Desenberg, während der andere Zweig von da an als Spiegel zu Peckelsheim bekannt war.

Wappen der Familie von Spiegel (aus Wikipedia, gemeinfrei)

1361 wird Heinrich III. Spiegel zum Desenberg Fürstbischof von Paderborn. Dessen Brüder Kurt und Hermann V. ließen keine Fehde aus und machten sich als Raubritter einen unrühmlichen Namen. In den folgenden Jahrhunderten kam es in Ostwestfalen zu mehreren großen Fehden zwischen Paderborn und Köln, Hessen und Mainz, Paderborn und Hessen und auch unter den ortsansässigen Edelherren, in denen sich die von Spiegel durch kriegerische Taten hervortaten. Im Zuge all dieser Fehden mussten sie ihre Burg allerdings dem Fürstbistum Paderborn zum Lehen übertragen. Sie selbst wechselten beständig die Seiten, wobei mitunter Brüder oder Cousins auf unterschiedlicher Seite standen, je nachdem welchem Landesherrn sie durch Lehen verbunden waren.

Im 16. Jahrhundert verfällt die Burg auf dem Desenberg und die Desenberger Linie teilt sich weiter auf in die Häuser Rotenburg, Klingenburg, Ober- und Nieder-Übelngönne und Bühne. Allerdings wurde ein Vertrag geschlossen, dass die Güter bei Erlöschen einer Linie den anderen zum Kauf angeboten werden mussten. So konnte die Familie bis heute überleben.

Im Zuge der Reformation traten fast alle Spiegel, wie der gesamte Paderbornische Adel, zum Protestantismus über, was vom Fürstbistum Paderborn nicht toleriert wurde, so dass sich die Spiegel wieder dem Katholizismus zuwenden mussten.

Der 30jährige Krieg brachte auch für die Spiegel große Verluste, sowohl an Menschenleben als auch an ihren Gütern mit sich. Da das Fürstbistum Paderborn im Westfälischen Frieden seine Eigenständigkeit erhalten konnte, bot sich auch für die Spiegel als Paderborner Lehnsmänner nach dem Krieg die Gelegenheit ihre Besitzungen wieder in Ordnung zu bringen. Für diese Familiengeschichte spielen weitere Ereignisse in der Familie Spiegel keine Rolle mehr, da Margarethe von Spiegel, die Bastardtochter des Jobst Schönenberg von Spiegel zum Desenberg, einen Bürgerlichen heiratete.


Weiterführende Literatur:
Spiegel, Raban von: Geschichte der Spiegel zum Desenberg und von und zu Peckelsheim Band 1&2. 1956/58