Höxter


Nach dem Sturz Heinrichs des Löwen 1180 kam es in Westfalen und den angrenzenden Gebieten zu neuen Machtgefügen, von denen besonders die Herzöge von Westfalen in Gestalt des Fürstbischofs von Köln profitierten. Das Stift Corvey, unter dessen Einfluss die Stadt Höxter als der Hauptort des Stiftsterritoriums stand, lehnte sich stark an die Kölner als Schutzmacht an, was aber zu der Notwendigkeit von Zugeständnissen führte, so z.B. der Beteiligung von Köln an den Städten Marsberg und Lichtenfels sowie zu finanziellen Lasten. Diese Bürden nötigten das Stift offenbar auch Zugeständnisse an die Bürger von Höxter ab, die ihren Beitrag zu den Finanzlasten in Form von Handwerk und Handel zu tragen hatten. Die 1225 belegten Selbstverwaltungsrechte und die Abtretung der Regie über die Weserbrücke wurden jedenfalls nicht aus Menschenfreundlichkeit gewährt, sondern dafür müssen handfeste machtpolitische Gründe vorgelegen haben.

In diesem historischen Umfeld traten die Ratsherren und Bürgermeister einer sich mehr und mehr vom Stift Corvey emanzipierenden Stadt in Erscheinung, die die Geschicke in die eigenen Hände nahmen, um den Bürgern und sicher auch sich selbst zu Einfluss und einem besseren Leben zu verhelfen. Höxters Lage als ein befestigter Marktort am West-Ost verlaufenden Hellweg, der mit der Weserbrücke eine der wenigen festen Verbindungen über die Weser bildete, versprach der Stadt einigen Wohlstand. 1314 erließ die Stadt eine Ratswahlverordnung, an der die Abtei Corvey nicht mehr beteiligt war.

Eine Auswahl von einflussreichen Ratsfamilien wird im Folgenden kurz vorgestellt.

Familie Derenthal

Familie von Schwalenberg

Familie Schlüter