Familie Stephen


Johann Heinrich Stephen (1683-1737) lebte als Hammerschmied in Bergfreiheit in Waldeck. Es scheint verwandtschaftliche Verbindungen ins benachbarte Armsfeld gegeben zu haben, da mit den dortigen Stephens wechselseitige Patenschaften nachgewiesen sind. Eine genau Zuordnung war aber bislang nicht möglich.

Sein Sohn Johannes Stephen (1727-1789), ebenfalls Hammerschmied, heiratete 1754 in die Familie Loewe ein. An der Familie Stephen lässt sich früh der Niedergang des Berg- und Hüttenwesens in Bergfreiheit erkennen. Johannes Stephens erstes Kind wurde 1755 noch im Ort geboren. Das zweitgeborene Kind wurde hingegen 1757 in Wingeshausen im Berleburgischen geboren, wo Johannes auf einem Eisenhammer arbeitete. Er kehrte dann allerdings um 1763 nach Bergfreiheit zurück, denn weitere Kinder sind ab Anfang 1764 wieder im dortigen Taufbuch vermerkt.

Der Erbsohn der Familie, Johann Jacob Christian Johannes Stephen, war 16 Jahre Hammerschmied in Niederwerbe, bevor er 1796 den gesamten Besitz der Familie in Bergfreiheit verkaufte. Laut meiner Analyse der Kirchenbücher waren zu dem Zeitpunkt bereits alle Mitglieder der Familie aus Bergfreiheit abgewandert oder verstorben. Er hatte inzwischen die Twistemühle in Külte bei Volkmarsen gekauft. Der Familienname hat sich mit ihm von Stephen zu Stephan geändert. Auskunft über die Besitzverhältnisse der Familie in Bergfreiheit gibt die Verkaufsanzeige im Waldeckischen Intelligenzblatt von 1796:

Da der Hammermeister Christian Stephan zu Vornhagen die Cültermühle gekauft hat, und solche auch beziehen will; so ist er gesonnen seine in und vor Bergfreyheit gelegens 1) Wohnhaus so 33 Fuß lang und 24 weit, mit einem Ofen und eißernen Heerdplatte versehen und sonst in recht gutem Stande ist. 2) einen Garten gleich hinterm Hause ohngefehr 30 Ruthen groß 3) einen Garten an dem Wege by Pilgers Hause, 48 Ruthen groß 4) 3 Länder auf Gleichen genannt halten zusammen 215 Ruthen 5) eine Wiese daselbst 115 Ruthen 6) einen Acker auf den kleinen Rödern hält 76 Ruthen entweder einzeln, oder zusammen wie am vortheilhaftesten geschehen kann durchs meiste Gebott gegen baare Bezahlung … zu verkaufen..

Nachkommen mit dem Familiennamen Stephan waren lange Jahre Müller auf der Küster Mühle. Eine weibliche Linie lässt sich ins waldeckische Adorf verfolgen. Auch bei diesem Zweig handelte es sich um mehrere Generationen von Müllern.


Weiterführende Literatur:
Hochgrebe, H. und Löwer, H.: Bergfreiheit. Waldeckische Ortssippenbücher Bd. 48. Arolsen 1994.
Witte, B.: Stammfolge Löwe (Loewe) 1673-1941. Eigenverlag Berlin 1942.